KFÖ-Präsident Clemens Steindl fordert Valorisierung der Familienleistungen und Berücksichtigung der Kinderbetreuungs- und Pflegezeiten bei der Pensionsversicherung
Wien, 22.12.08 (KAP) Einen "Wunschzettel an die Regierung" präsentiert der Katholische Familienverband Österreich (KFÖ). Wie Familienverbands-Präsident Clemens Steindl im Gespräch mit "Kathpress" erklärte, enthalte dieser "Wunschzettel" zwar "nur zwei Wünsche - auf deren Erfüllung wir aber um so unnachgiebiger drängen". Der Familienverband bekräftigt seine Forderung nach einer Valorisierung der finanziellen Leistungen für die Familien. Eine regelmäßige Wertsicherung, wie sie etwa auch bei den Pensionen geschieht, "muss eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein", so Steindl. Zu den Familienleistungen zählt der Familienverband die Familienbeihilfe, das Kinderbetreuungsgeld, den Kinderabsetzbetrag sowie das Pflegegeld. Hier bedürfe es einer jährlichen Anpassung, so Steindl.
Darüber hinaus bekräftigte der KFÖ-Präsident seine Forderung nach einer Berücksichtigung der Pflege- und Betreuungszeiten von Angehörigen sowie von Kindererziehungszeiten in der Pensionsversicherung. Die Betreuung innerhalb der Familie ist für den Staat laut Steindl "um ein Vielfaches günstiger" als etwa in Pflegeeinrichtungen. Konkret schlägt der Familienverband vor, für pflegende Angehörige ab der Pflegestufe 3 eine beitragsfreie Pensionsversicherung zu schaffen. Pflegende Angehörige, die vorher nicht erwerbstätig waren, könnten so Beitragszeiten für die Pension erwerben.
"Weihnachtsgeschenk für die Familien"
Außerdem sollten auch Kinderbetreuungszeiten in der Pensionsversicherung berücksichtigt werden, da Eltern durch die intensive Kinderbetreuung "einen wertvollen Dienst für die Gesellschaft leisten". Es wäre "ein wirkliches Weihnachtsgeschenk für die oft bis an ihre Grenzen belasteten Familien, wenn ihnen der Staat mit einer pensionsrechtlichen Absicherung entgegenkäme", so Steindl.
Die aktuelle Finanzkrise mit ihren zu erwartenden wirtschaftlichen Folgeerscheinungen mache die Forderungen dringend, da "gerade Familien unter den Auswirkungen der Krise leiden werden", betonte Steindl: "Hier würde ich mir eine ähnlich hohe Handlungsgeschwindigkeit der Regierung wünschen, wie sie beim Schnüren der Bankenrettungspakete an den Tag gelegt wurde".
Skeptisch zeigte sich Steindl gegenüber den derzeit verbreiteten "Jubelmeldungen" des Handels zum Verlauf des Weihnachtsgeschäfts. Angesichts der Finanzkrise, die auch Österreich nicht unberührt lasse, entspringen diese Meldungen laut Steindl "vermutlich mehr einem 'wishful thinking' als einer nüchternen Analyse der tatsächlichen Umsätze".
Weihnachten: "Religiösen Kern nicht vergessen"
Im Blick auf das nahende Weihnachtsfest betonte Steindl darüber hinaus das Anliegen des Familienverbandes, auf den "religiösen Kern" von Weihnachten hinzuweisen. Der Familienverband unterstütze daher ausdrücklich Initiativen wie etwa den Verein "Pro Christkind" oder die österreichweite Plakataktion der katholischen Kirche, die sich dafür einsetzen, durch öffentlichkeitswirksame Aktionen das Augenmerk wieder auf den religiösen Charakter des Festes zu legen.
Familienverband formuliert "Wunschzettel an die Regierung"






