Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz möchte breite Kampagne im Zeichen der historischen Information und der Glaubensvermittlung
Rom, 16.5.06 (KAP) Der "Da Vinci-Code"-Roman und die Verfilmung sind "voll von Fantasien und Verfälschungen über das Christentum", betonte der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), Kardinal Camillo Ruini, am Montagabend bei der Eröffnung der Vollversammlung des italienischen Episkopats im Vatikan. Kardinal Ruini unterstrich, dass es beim "Da Vinci-Code" nicht nur um ein kommerzielles Ziel gehe, sondern auch um eine Attacke "auf das Herz des christlichen Glaubens". Umso mehr sei es Aufgabe der Kirche, mit einer umfassenden Kampagne im Zeichen der historischen Information und der Glaubensvermittlung den Leuten zu helfen, klar zwischen den gesicherten Daten über Entstehung und historische Entwicklung des Christentums und den "Verfälschungen" zu unterscheiden. Ruini sieht generell keinen Anlass für Pessimismus: "Letzten Endes ist die Anziehungskraft der Wahrheit größer als die der Illusion und die Menschen von heute haben einen großen Durst nach Wahrheit".
Mexiko: Kirche setzt auf Information
Auch die katholische Kirche in Mexiko setzt vor dem Kinostart des Films "Da Vinci-Code" auf Information und nicht auf scharfe Kritik. Im Internet wird von der Kirche in Mexiko allen Interessierten seit einigen Tagen ein Blick auf Dichtung und Wahrheit im Zusammenhang mit dem "Da Vinci-Code" ermöglicht. Die vielen Fragen, die seit Erscheinen des Buches und rund um den Filmstart aufgetreten sind, seien ein Impuls für die Verbesserung der Information, heißt es in Ciudad de Mexico. Ein Informationsfilm über Fakten und Fiktion im Zusammenhang mit dem umstrittenen Opus von Dan Brown und der Verfilmung von Ron Howard kann auch als DVD bei der Mexikanischen Bischofskonferenz angefordert werden.
In El Salvador hat die katholische Kirche des Landes die Gläubigen aufgefordert, den Film zu boykottieren. Der Film sei gefährliche Fiktion, so die Bischöfe in einer Stellungnahme. Er versuche, Lügen in Wahrheiten zu verwandeln und die Gläubigen zu verwirren. Die Kirche respektiere allerdings die freie Meinungsäußerung, so der Erzbischof von San Salvador, Fernando Saenz Lacalle. Daher habe sie auch keine rechtlichen Schritte unternommen.
In Thailand wird die Verfilmung von Dan Browns Bestseller nach Protesten verschiedener Kirchen und Glaubensgemeinschaften nur zensuriert in die Kinos gebracht. Die letzten zehn Minuten des Streifens sollen entfallen, teilte die Zensurbehörde in Bangkok am Dienstag mit. Zudem soll vor der Aufführung ein Hinweis gezeigt werden, dass der Inhalt des Films erfunden ist und nicht auf Tatsachen beruht.
Unter anderem hatten in Thailand Baptisten und Adventisten gegen den Streifen protestiert, da er die Botschaft der Bibel verzerre. "Ohne eine Warnung der Öffentlichkeit sollte der Film nicht gezeigt werden", sagte der Vorsitzende der Evangelischen Gemeinschaft in Thailand, Manote Cheangsuk. Von den 60 Millionen Thailändern bekennen sich rund eine Million zum Christentum.






