Bischof Koch: Synoden-Empfehlungen decken die Diskussionen voll ab
Basler Bischof äußert sich beeindruckt über den gesamten Prozess der Weltbischofssynode=
Vatikanstadt, 22.10.08 (KAP) Die Weltbischofssynode über die Bedeutung der Bibel im Leben der Kirche hat ihre Ergebnisse in rund 50 thesenartigen "Propositiones" zusammengefasst. Diese Empfehlungen werden derzeit nochmals überarbeitet und sollen zum Abschluss des dreiwöchigen Treffens dem Papst zur Erstellung eines postsynodalen Dokuments überreicht werden, sagte der Basler Bischof Kurt Koch bei einem Pressegespräch in Rom. Die aus mehr als 250 Thesen zusammengefassten "Propositiones" deckten praktisch die gesamte Bandbreite der Diskussionen ab.
Die Statements und Diskussionen der Bischöfe und Experten aus aller Welt hätten das bisher wenig rezipierte Konzils-Dokument "Dei verbum" über die Göttliche Offenbarung aktualisiert. Sie hätten viele Aspekte des Zugangs zur Heiligen Schrift und des Umgangs mit der Bibel aufgezeigt, so Koch.
Die Synode habe auch deutlich gemacht, dass das Wort Gottes eine Person ist: Jesus Christus. Koch: "Daher ist ja auch das Christentum nicht einfach eine Buchreligion, wie es der Islam ist. Vielmehr steht im Zentrum eine Person, Jesus Christus".
Koch äußerte sich beeindruckt über den gesamten Synodenprozess, über die Konzentration von Kirchenvertretern aus aller Welt auf ein zentrales Thema des Glaubens. Allerdings sei es etwas schwierig gewesen, zu einem direkten Dialog zu kommen. Zwar habe es diesmal regelmäßig Zeiten für eine freie Aussprache gegeben. Allerdings sei die Rednerliste auf Grund immer sehr schnell voll gewesen. Er habe zweimal unmittelbar auf einen Vorredner reagieren wollen, sei aber nicht mehr zum Zuge gekommen. Dennoch sei es für ihn sehr erstaunlich, wie die Weltbischofssynode funktioniere.
Warnung vor "Blauäugigkeit" über Islam
Die Synode habe keine Herabstufung des Dialogs mit dem Islam gefordert, stellte Koch klar. Jedoch habe man vor mancher Blauäugigkeit gewarnt, die vor Freude über viele Gemeinsamkeiten nicht die Differenzen zwischen den beiden Religionen sehen wolle.
Dagegen habe die Synode hinsichtlich des Umgangs mit der Bibel viele Gemeinsamkeiten mit dem Judentum festgestellt. Auch dort gebe es keine strikte Trennung von Schrift und Tradition. Vielmehr schreibe die Tradition die Heilige Schrift fort. Es gebe einen unverkrampften Umgang mit der Tradition, von dem die Christen lernen könnten.






