Papst: Bibelexegese notwendig, aber sie braucht geistliche Ergänzung
Vatikanstadt, 14.10.08 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat am Dienstag erstmals selbst inhaltlich in die Debatte der Weltbischofssynode eingegriffen. In einer improvisierten Wortmeldung bekräftigte er die Kriterien für die Auslegung der Heiligen Schrift in der lebendigen Tradition der Kirche. Dabei rief er dazu auf, den Graben zwischen der historisch-kritischen Methode und der geistlichen Schriftlesung ("lectio divina") zu überwinden.
Benedikt XVI. verwies auf sein vor eineinhalb Jahren erschienenes Buch "Jesus von Nazareth" und würdigte ausdrücklich den wichtigen Beitrag, den die historisch-kritische Methode für die biblische Exegese erbracht habe und weiterhin erbringe. Allerdings dürfe sie nicht ohne geistliche Lesung betrieben werden, ansonsten würde die Bibel zu einem rein historischen Buch. Notwendig sei, dass Schrift und Theologie sich gegenseitig durchdringen, so der Papst.
Bislang hatten die Synodalen in ihren Wortmeldungen besonders für die geistliche Schriftlesung plädiert. Andere wissenschaftliche Zugangswege zur Bibel waren dabei weniger zur Sprache gekommen.
Auch bei früheren Synoden hatten sich die Päpste immer wieder mit Wortmeldungen in die Debatte eingeschaltet. Benedikt XVI. hatte die Synode vor gut einer Woche bereits mit einer Meditation eröffnet.






