Die Diözese Eisenstadt
Die östlichste Diözese Österreichs zeigt sich als ethnisch, kulturell und kirchlich vielfältiges Gefüge innerhalb des Burgenlandes und als Fenster zu den Nachbarstaaten Slowakei, Ungarn und Slowenien.
Seit 1921 gehört das Burgenland, welches den Kern der Diözese Eisenstadt bildet, zu Österreich und ist damit das jüngste Bundesland. Charakteristisch für die Region ist die kulturelle Vielfalt, bedingt durch ethnische und sprachliche Vielfalt (Deutsch, Kroatisch, Ungarisch, Roman). Die Diözese ist von kleinen, dörflichen Strukturen geprägt, die Hauptstadt Eisenstadt zählt rund 12.000 Einwohner.
Die Diözese Eisenstadt wurde erst 1960 auf dem Gebiet des heutigen Burgenlandes als eigenständige Diözese errichtet. Bereits 1947 war der Wunsch nach der Errichtung laut geworden, doch erst die Anerkennung des Konkordates von 1933 durch Österreich machte den Weg frei für diesen bedeutenden Schritt für die Kirche des Burgenlandes. Der erste Bischof von Eisenstadt wurde Stefan László, der bereits seit 1954 die Leitung der Apostolischen Administratur Burgenland inne hatte. Damit stand erstmals ein Burgenländer an der Spitze des Kirchengebietes, dessen Weg zur Diözese er wesentlich mitbestimmt hatte. Sein Nachfolger wurde 1992 Paul Iby, davor Generalvikar.
Am 25. September 2010 wurde Bischof Iby durch Ägidius Zsifkovics - zuvor Generalsekretär der österreichischen Bischofskonferenz - als Diözesanbischof abgelöst. Unter großer internationaler Anteilnahme wurde Zsifkovics von Kardinal Christoph Schönborn in Eisenstadt zum dritten Bischof des Burgenlandes geweiht (» Dossier | » Themenpaket Kathpress).
Das ökumenische Klima ist traditionell offen und von einem intensiven Austausch zwischen den Konfessionen geprägt. So initiierte Bischof Paul Iby mit dem "Dialog für Burgenland" eine Plattform für eine aktive Auseinandersetzung mit kirchlich und religiös relevanten Themen quer durch alle Bevölkerungsschichten. Mit 14 Prozent zählt die Diözese Eisenstadt den höchsten Anteil von lutherischen und reformierten Kirchen in ganz Österreich. Ebenfalls von großer Buntheit geprägt zeigt sich der diözesane Klerus: so stammen rund 50 Prozent der aktiven Seelsorger aus nicht-österreichischen Diözesen.
Derzeit zählt die Diözese Eisenstadt rund 211.000 Katholiken, was einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 76 Prozent entspricht. Die Diözese unterhält 172 Pfarren, 80 Pfarrverbände und 165 Filialgemeinden. Außerdem gibt es enge und partnerschaftliche Verbindungen zu Diözesen in Nigeria und Indien.











