Die Militärdiözese
"Wer als Soldat im Dienst des Vaterlandes steht, betrachte sich als Diener der Sicherheit und der Freiheit der Völker. Indem er diese Aufgabe recht erfüllt, trägt er wahrhaft zur Festigung des Friedens bei."(Gaudium et spes)
Der Militärdiözese gehören derzeit rund 100.000 Katholiken an. Die Besonderheit ihrer Arbeit liegt darin, daß sie als Personaldiözese strukturiert ist. Das bedeutet, dass im gesamten österreichischen Bundesgebiet Mitglieder der Militärdiözese - also Soldaten und deren Angehörige sowie die Zivilbediensteten - an der Pastoralarbeit teilhaben. Die Organisation der Militärseelsorge umfasst 19 Militärpfarren in Österreich und drei Militärpfarren bei den Kontingenten im Auslandseinsatz.
Die Militärseelsorge im Heer ist erforderlich, weil immer eine große Anzahl von jungen Männern und Frauen unter besonderen Lebensbedingungen und Umwelteinflüssen ihren Dienst leisten. Die Eigenart und spezielle Anforderung des militärischen Dienstes wirft besondere Lebens- und Gewissensfragen auf. Zu deren Bewältigung bieten die Militärseelsorger die Botschaft des christlichen Glaubens und die seelsorgliche persönliche Hilfe an. Der Soldat betrachtet sich als Hüter und Schützer menschlicher Grundwerte in internationaler Verantwortung.
Die Militärseelsorge ist unter den organisierten kategorialen Seelsorgesparten wohl die älteste. Die Sorge der Kirche um den Berufsstand der Soldaten geht ins frühe 16. Jahrhundert zurück. Neu geregelt wurde die Katholische Militärseelsorge durch die Apostolische Konstitution „Spirituali Militum Curae" vom 21. April 1986. Darauf hin erfolgte auch die Errichtung des Militärordinariates in der heutigen Form.
Das Statut des Militärordinariates der Republik Österreich vom 21. März 1989 bezeichnet die Arbeitsgemeinschaft katholischer Soldaten als die Katholische Aktion im Jurisdiktionsbereich des Militärbischofs. Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Soldaten versteht sich als eine Bewegung von Soldaten und Angehörigen des Bundesheeres, die das Laienapostolat im täglichen Dienstbetrieb verwirklichen wollen. Als eine Gemeinschaft von Christen versuchen ihre Angehörigen, durch Erhaltung und Entfaltung christlichen Lebens im Bundesheer, durch Unterstützung der Militärseelsorger, durch gemeinsame Eucharistiefeier und religiöse Fortbildung dazu beizutragen. Dazu gehört vor allem das Bemühen um Gewissensbildung und Schärfung des Bewusstseins. Aus der Überzeugung, dass Friedensgesinnung und der Dienst in Streitkräften einander nicht ausschließen, bemühen sich die Angehörigen der Arbeitsgemeinschaft katholischer Soldaten durch Verwirklichung von Gerechtigkeit und Nächstenliebe den Frieden zu fördern und für den Frieden, den wir durch unser eigenes Bemühen allein nicht schaffen und erhalten können, zu beten.
Militärseelsorge versteht sich als
- Dienst am Nächsten
- Bewältigung besonderer Lebensfragen
- Seelsorgliche Begleitung von Einsatzkräften
- Notfallsseelsorge
- Bildung und Forschung
- Förderung der Achtung der Person und ihrer Würde
- Vermittlung eines religiös fundierten Soldatenethos aus christlicher Sicht
- Stärkung der Familie
- Mitwirkung an internationalen Einsätzen












