Sommervollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz
Vom 16. bis 18. Juni hielt die Österreichische Bischofskonferenz ihre Sommervollversammlung in Mariazell ab. Die Themen, die dabei im Vordergrund und im Zentrum der Debatten standen, waren aktuelle Fragen der Seelsorge und Pastoral, die bedrohlich angewachsene weltweite Hungerkrise, die dramatische Lage der Flüchtlinge im Irak sowie der von Justizministerin Berger vorgelegte Entwurf eines Lebenspartnerschaftsgesetzes.
Seelsorge: Pfarrgemeinden sollen erhalten bleiben
Wie es in der offiziellen Presseerklärung heißt, bleiben in der Seelsorge zwei Prinzipien leitend: In Österreichs Diözesen sollen die bestehenden Pfarrgemeinden möglichst erhalten bleiben, zugleich soll die pastorale Zusammenarbeit über die Pfarrgrenzen hinweg verstärkt werden. Außerdem nehmen die Bischöfe zur bisherigen Praxis der Taufspendung durch Laien in der Diözese Linz Stellung. So loben die Bischöfe den Beitrag der Laien auf der einen Seite als "sehr bedankenswerten Beitrag im Ganzen der Seelsorge", weisen aber darauf hin, dass die Taufspenung allgemein den Bischöfen, Priestern und Diakonen vorbehalten ist.
Hungerkrise: Appell an die Bundesregierung
Einen eindringlichen Appell richten die Bischöfe angesichts der dramatischen Hungerkrise an die österreichische Bundesregierung. Sie fordern erneut die Einhaltung der Zusagen der Regierung, die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit bis 2010 auf 0,51 Prozent des Bruttonationalprodukts und bis 2015 auf 0,7 Prozent zu erhöhen und diese Mittel für die Armutsbekämpfung einzusetzen.
Flüchtlingen aus dem im Irak helfen
Sehr besorgt äußern sich die Bischöfe auch zur Situation im Irak. Das Leid der Bevölkerung sei unermesslich, "auch wenn es nicht mehr Schlagzeilen macht, weil sich die Aufmerksamkeit der Medien auf neue Schauplätze verlagert hat". Alle Bevölkerungsgruppen seien davon betroffen, besonders die christliche aber auch andere religiöse Minderheiten, sowie auch Muslime. Daher rufen die Bischöfe die österreichische Bundesregierung dazu auf, nach dem Vorbild der Aktivitäten während der Balkankriege der 90er-Jahre eine großzügige Hilfsaktion für die bedrängten Menschen aus dem Irak in die Wege zu leiten.
Plädoyer für Institution Ehe
Den vom Justizministerium vorgelegten Entwurf zur zivil- und strafrechtlichen Regelung von Lebenspartnerschaften lehnen die Bischöfe ausdrücklich ab. Sie warnen dabei eindringlich vor einer De-facto-Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit Ehe und Familie und halten fest, dass die Institution Ehe, die auf Familiengründung ausgerichtet ist und mit der Zeugung und Erziehung der Kinder gesellschafts- und staatserhaltend wirkt, aus guten Gründen seit jeher unter besonderem rechtlichen Schutz des Staates steht.
Wörtlich hält die Bischofskonferenz fest: "Eine rechtliche Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften mit der Ehe würde eine Bagatellisierung der Ehe und ihre Diskriminierung bedeuten, weil homosexuelle Partnerschaften die Zielsetzungen der Ehe nicht zu erfüllen vermögen." Insgesamt entstehe der Eindruck, so die Bischöfe, dass die österreichische Regierung zu wenig tut, "um die drängenden gesellschaftlichen Fragen - wie z.B. die demografische Entwicklung und die Förderung der Familie, die auf der dauerhaften Ehe zwischen Mann und Frau basiert - zu bewältigen".












