Der Papst im Heiligen Land
Vom 8. bis 15. Mai bereiste Papst Benedikt XVI. das Heilige Land, konkret: Jordanien, Israel und die Palästinensergebiete. Der langsam wieder abklingende Eklat um die "Causa Williamson" machte die Reise dabei ebenso spannend wie die Frage nach den Positionierungen und Gesten des Papstes angesichts der weiterhin angespannte politische Situation in Nahost.
Beobachter sprachen daher bereits im Vorfeld von der wichtigsten und wohl kompliziertesten Reise des Papstes.
In erster Linie verstand der Papst seinen Besuch als Pilgerreise an die Quellorte des Christentums. Zudem wollte er als "Pilger des Friedens" den Dialog mit dem Islam und die Aussöhnung mit dem Judentum voranbringen. Und ganz besonders wollte er den Christen im Land den Rücken stärken.
Das Reiseprogramm orientierte sich stark am Erfolgsbesuch von Johannes Paul II. im Jahr 2000. Erste Station war die jordanische Hauptstadt Amman mit Begegnungen mit König Abdallah, Pilgerbesuche am Mosesberg Nebo und an der Taufstelle Jesu am Jordan.
In Israel besuchte Benedikt XVI. zunächst die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. An seinem zweiten Besuchstag in Jerusalem absolvierte Benedikt XVI. ein Marathon-Programm mit einem Besuch im Felsendom, einem Treffen mit dem Großmufti, einem Gang zur Klagemauer. Dann folgte ein Besuch im Großrabbinat, an den sich das Mittagsgebet im Abendmahlssaal (Coenaculum) anschloß. In Jerusalem feierte der Papst außerdem erstmals eine Messe unter freiem Himmel. Und auch in Jesu Heimatstadt Nazareth, wo Benedikt XVI. zwei Tage später Station machte, wurde ein Gottesdienst unter freiem Himmel gefeiert.
In Betlehem wurde der Papst von den palästinensischen Behörden mit staatlichem Zeremoniell empfangen. Benedikt XVI. feierte eine Messe auf dem Krippenplatz und besuchte das "Caritas-Baby-Hospital". Vor der Rückkehr nach Jerusalem besuchte er schließlich noch das Flüchtlingslager Aida.
Erst am letzten Tag stand dann der Ökumene-Gipfel mit dem orthodoxen Patriarchen Theophilos III. auf dem Programm. Und erst an diesem Tag betrat der Papst die heiligste Stätte der Christenheit, die Grabeskirche.














