Wahlen zum Pfarrgemeinderat
Österreichs Katholiken haben gewählt. Mehr als eine Million Wähler schritt am Sonntag, den 18. März 2007, zu den Wahlurnen, um die insgesamt rund 30.000 Pfarrgemeinderatsplätze neu zu besetzen. Eine Übersicht über die diözesanen Wahlergebnisse finden Sie hier.
Wie Johannes Pesl, PGR-Referent der Erzdiözese Wien, betont, gebe es drei verschiedene Trends, die sich in allen Diözesen feststellen lassen. Zum einen blieb die Wahlbeteiligung mit 21 Prozent österreichweit weitgehend stabil. Zum anderen hat sich der Trend der vergangenen Wahlen (2002) fortgesetzt, demzufolge immer mehr Frauen in den Pfarrgemeinderäte aktive gestaltende Funktionen übernehmen (österreichweit rund 53 Prozent). Außerdem blieb auch heuer die Zahl der Neuzugänge zu den Pfarrgemeinderäten mit 44 Prozent sehr hoch, so Pesl. Konkrete Zahlen und Informationen zu den Wahlergebnissen aus den Diözesen entnehmen Sie bitte der Meldungsübersicht weiter unten.
Die Wahlen standen heuer unter dem Motto "Lebensräume gestalten - Glaubensräume öffnen". Wie der Beauftragte der Konferenz der PGR-ReferentInnen der Diözesen Österreichs, Wolfgang Müller, betont, will das Stichwort "Lebensräume" ins Bewusstsein bringen, "dass das Pfarrgebiet bzw. die Wohngemeinde für viele Menschen schon lange nicht mehr den alleinigen Bezugspunkt ihres Lebens darstellt" und daher die Herausforderung für die Kirchen bedeutet, den Menschen auch in dieser veränderten Situation nahe zu bleiben. (Weitere Gedanken zum Wahlmotto finden Sie hier)
Bischöfe und Kirchenvertreter wurden in den vergangenen Wochen und Monaten nicht müde, die Gläubigen zur Wahrnehmung ihres Stimmrechtes zu motivieren. Einhellig wurde auch von der Österreichischen Bischofskonferenz die Bedeutung der Pfarrgemeinderäte für die Vitalität des Pfarrlebens hervorgehoben.
Das kirchliche Wahlrecht bei der Pfarrgemeinderatswahl räumt den Wahlberechtigten mehr Mitsprache ein als bei politischen Wahlen. So haben auch Kinder bei den Pfarrgemeinderatswahlen eine Stimme. Dieses "Kinderstimmrecht" wird von den erziehungsberechtigten Eltern ausgeübt. Anders als bei den vergangenen PGR-Wahlen geben in Zukunft dabei nicht mehr die Mutter und der Vater für jedes Kind jeweils eine halbe Stimme ab, sondern ein Elternteil gibt pro Kind eine ganze Stimme ab. Die Eltern vereinbaren, wer von beiden das Stimmrecht für das Kind ausübt.
Die Pfarrgemeinderatswahlen haben auch vor dem Hintergrund des im September dieses Jahres anstehenden Besuchs Papst Benedikts XVI. in Österreich eine besondere Bedeutung. So kommt den neuen Pfarrgemeinderäten die Ehre zu, "live" dem Festgottesdienst am 8. September in Mariazell beiwohnen zu dürfen. Dass beide Ereignisse - PGR-Wahl und Papstbesuch - aufs Engste miteinander verbunden sind, wurde darüber hinaus bereits durch den Besuch einer Delegation von Pfarrgemeinderäten bei Papst Benedikt XVI. in Rom im Februar dieses Jahres deutlich. So überreichten die Pfarrgemeinderäte dem Papst bei dieser Gelegenheit eine "Apostelgeschichte der Gegenwart", in der sich die österreichischen Pfarren in ihrer ganzen Vielfalt und Lebendigkeit vorstellen. (siehe weiterhin "Große Novene" zur Vorbereitung auf den Papstbesuch im September 2007)
Bei der letzten PGR-Wahl im Jahr 2002 schritt mehr als eine Million Katholiken unter dem Motto "Vielstimmig - mitverantworten und gestalten" zu den Urnen. Damit lag die Wahlbeteiligung bei 4,8 Millionen wahlberechtigter Katholiken bei 21 Prozent. Zur Wahl standen damals österreichweit fast 40.000 Kandidaten, die sich um die zu vergebenden 29.000 Mandate in den österreichischen Pfarrgemeinderäten bewarben. Bemerkenswert war dabei, dass über die Hälfte (52 Prozent) der Mandate damals an Frauen gingen. Anekdote am Rande: Der wohl prominentest Kandidat für die Pfarrgemeinderatswahlen, der Schauspieler Klaus Maria Brandauer, verfehlte damals den Einzug in den Pfarrgemeinderat seiner Heimatgemeinde Altaussee knapp.











