Am Montag, 16. Februar, sind die österreichischen Diözesanbischöfe in Wien zu einer außerordentlichen Sondersitzung zusammengekommen. Kardinal Schönborn hatte die Bischöfe nach Wien geladen, um über die aktuellen Turbulenzen in der Kirche zu beraten.
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Am Montag, 16. Februar, kamen die österreichischen Bischöfe zu einer außerordentlichen Sonderberatung über die derzeitigen Situation der Kirchen in Österreich zusammen.
Als Vorsitzender der Bischofskonferenz hatte Kardinal Christoph Schönborn zu der Sitzung geladen. "Die Katholiken haben ein Recht darauf, dass wir unser Bestes geben, um die Krise zu überwinden", sagte Kardinal Schönborn. Die derzeitigen Spannungen hätten Irritationen gebracht, es gehe um Schadensbegrenzung, vor allem aber um die Zukunft der Kirche in Österreich.
Bei der anschließenden Pressekonferenz am Montagnachmittag in Wien präsentierte Kardinal Schönborn das Ergebnis der Beratungen. Dabei betonte Kardinal Schönborn, dass die Bischöfe anlässlich der jüngsten Turbulenzen um die Bestellung Weihbischof Wagners' auf eine Sicherstellung der Qualität des Verfahrens bei der Bestellung von neuen Bischöfen drängen.
Man nehme den Rücktritt des designierten Linzer Weihbischofs Gerhard Wagner mit "Zustimmung und Anerkennung" zur Kenntnis, zugleich räumte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz bei der Pressekonferenz ein, dass bei der Ernennung von Pfarrer Wagner durch ein "verkürztes" Verfahren der Bischofsauswahl Fehler passiert seien. In der Regel sei das Verfahren einer Bischofsernennung "sehr umfangreich und bewährt", so Schönborn.
Der Wiener Erzbischof zitierte aus dem Hirtenbrief, den die Bischöfe bei ihrer Versammlung gemeinsam beschlossen, und wies darauf hin, dass in Österreich in den nächsten Jahren eine Reihe von Bischöfen zu ernennen seien. Die Gläubigen würden mit Recht erwarten, "dass das Verfahren der Kandidatensuche, die Prüfung der Vorschläge und die letzte Entscheidung sorgfältig und mit pastoralem Gespür vorgenommen werden". Dadurch könne sicher gestellt werden, dass Bischöfe nicht "gegen", sondern "für" eine Ortskirche ernannt werden.
Offene Probleme in der Diözese Linz
Die Situation in der Diözese Linz bereite den Bischöfen auch nach dem Rücktritt von Pfarrer Wagner große Sorgen, so Schönborn weiter. Es sei die Überzeugung aller Bischöfe, dass das Gleichgewicht zwischen dem allgemeinen Priestertum aller getauften Katholiken und dem besonderen Priestertum durch das Sakrament der Weihe für Priester und Diakone neu gefunden werden müsse.
Es gebe in der Kirche von Oberösterreich "viel Erfreuliches", ein dichtes Netz aktiver Pfarrgemeinden und Seelsorgezentren und ein "ausgeprägtes Gespür für die soziale Dimension des Christseins", hielt der Kardinal fest, wobei vor allem auch die katholischen Laienorganisationen besonders aktiv seien. Zugleich seien aber seit Jahren Spannung spürbar, die mit der jüngsten Ernennung von Pfarrer Wagner zum Weihbischof wieder akut geworden sei. Nun gelte es, so Schönborn, dass alle Gruppen in der Diözese Linz das ehrliche Gespräch miteinander suchen und gemeinsam anstehende Fragen zu lösen suchen. Das müsse auf der Grundlage des Zweiten Vatikanischen Konzils erfolgen.
Antworten auf die Krise geben
Kardinal Schönborn bekräftigte den Dank der Bischöfe an die Gläubigen, "die mit den Bischöfen in die Bedrängnis einer Krise geraten sind und doch voll Vertrauen ausgeharrt haben". Die Antwort auf die gegenwärtige Krise liege vor allem im bewussten Hinschauen auf die Kirche in Österreich, "wo jeden Tag der Glaube intensiv gelebt wird". So seien etwa gerade in der Zeit der Wirtschaftskrise die Tausenden Pfarrgemeinden ein enormes "Netzwerk der Solidarität". Unzählige haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter der Kirche würden sich für junge Menschen, für Leidende, für Kranke und für Menschen in jeglicher Not einsetzen, hob der Wiener Erzbischof hervor.
Die Bischöfe seien überzeugt, dass die gegenwärtige Krise auch eine Chance für die Kirche sei und überwunden werden könne. Dazu gelte es aber, "aus den jüngsten Ereignissen und Fehlern zu lernen, und die richtigen Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen". Vor allem müsse man sich wieder deutlich der Mitte des Glaubens nähern und "auf Christus schauen, der seine Kirche nicht verlässt und dessen Wort und Tat Maß für unser Wort und unsere Tat sind".
Zu den Turbulenzen rund um die Aufhebung der Exkommunikation der Lefebvre-Bischöfe sagte Schönborn, die Aufhebung von Seiten des Papstes bedeute nur eine dargebotene Hand gegenüber jenen, die sich von der Kirche getrennt haben. Daraus folge aber keinesfalls, "dass diese vier Bischöfe in der katholischen Kirche automatisch irgendein Amt innehaben dürfen". Vielmehr müsse die lefebvrianische Gemeinschaft jetzt ihrerseits klare Zeichen setzen, dass sie diese ausgestreckte Hand ergreift und damit tatsächlich Versöhnung sucht. Voraussetzung dafür sei selbstverständlich die vorbehaltlose Annahme des Zweiten Vatikanischen Konzils, hielt Schönborn fest.
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Kardinal Christoph Schönborn Statement bei der Pressekonferenz nach der Sonderberatung
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| Buit | 22.02.2009 15:03 | antworten | |
| www.aufbauen-statt-abhauen.at | ||
| Kirchenfreund | 17.02.2009 10:10 | antworten | |
| Denke auch Kardinal Schönborn hat richtig gehandelt. Die Aussagen von Wagner zu Homos, Harrypotter und andere sind einfach empördend und nicht hinzunehmen, und wenn er ein Weihbischof sein wollte, der vereint, dann hätte er solche Themen nicht in den ersten Interviews ansprechen sollen. Finde die Entscheidung richtig und das Krisenmanagement in Ordnung. |
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| ein Ehrenamtlicher | 16.02.2009 18:06 | antworten | |
| Der Kardinal ist Teil des Problems und nicht der Lösung. Die kath. Kirche Ö's ist erpreßbar geworden und wird zukünftig alle ihre Ernennungen mit den kirchenfeindlichen Medien und den Papstkritikern in den eigenen Reihen abstimmen müssen. Als Katholik muß man sich heute des Führungspersonals der eigenen Ortskirche schämen, es sollte ebenfalls tun, was Dr. Wagner geraten wurde - zurücktreten. | ||
| spidilein | 16.02.2009 17:05 | antworten | |
| weder unser hl.Vater noch der herr dr.wagner haben der kirche geschadet,sondern unsrer herr kardinal mit seinen bischöfen.es ist noch nie so über die kirche hergezogen worden,wie monentan.kein wunder,wenn seine mitbrüder alles in frage stellen bes.den hl.vater in ein schlechtes licht rücken.da war der hl.geist bestimmt nicht dabeiwer ohne sünde ist der werfe den ersten stein - meine herren |
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| Franz Huber | 16.02.2009 23:11 | antworten | |
| Spidilein: Was werfen Sie dem Herrn Kardinal konkret vor? Wann ist er über die Kirche hergefallen? |
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