244 Delegierte, unter ihnen 228 Bischöfe, nahmen im Vatikan an der Afrika-Synode teil. Mit 197 Bischöfen aus 53 afrikanischen Ländern berieten die Leiter der vatikanischen Kurienbehörden sowie Vertreter der Weltkirche über das Thema: "Die Kirche in Afrika im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden".
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Die Afrikasynode hat einen ersten Entwurf ihres abschließenden Thesenpapiers vorgelegt. Das am Mittwoch in der Synodenaula im Vatikan vorgestellte Dokument plädiert für eine Lösung der Probleme des Kontinents auf Grundlage der katholischen Soziallehre.
Zugleich bekennen sich die afrikanischen Bischöfe zum interreligiösen Dialog und fordern eine Würdigung der angestammten spirituellen Traditionen. Die sogenannten "Propositiones" (Vorschläge), die nicht mit der Schlussbotschaft der Synodenteilnehmer zu verwechseln sind, werden zum Ende der dreiwöchigen Beratungen am Sonntag Papst Benedikt XVI. übergeben.
In dem Entwurf bekräftigen die Bischöfe die Verpflichtung zur Ökumene und zum Dialog mit anderen Religionen, besonders mit dem Islam. Als Vorbild verweisen sie auf das Assisi-Welttreffen der Religionen für den Frieden 1986. Fundamentalismus und ein Missbrauch von Religion zu politischen Zwecken müssten zurückgewiesen werden. Die Religionsfreiheit sei ein grundlegendes Menschenrecht.
Die katholische Soziallehre soll laut dem Papier stärker zum Leitfaden für das gesellschaftspolitische Engagement der Kirche werden. Als Handlungsfelder nennt der Entwurf u.a. die Verteidigung der Menschenrechte, den Umweltschutz und die Eindämmung des Waffenhandels. Im Blick auf die Globalisierung verurteilen die Bischöfe eine Ausbeutung der Bodenschätze durch internationale Konzerne und sprechen sich für einen Erlass der Auslandsschulden armer Staaten sowie für Mikrokreditprogramme zur Ankurbelung der örtlichen Wirtschaft aus.
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Weitere Appelle beziehen sich auf eine Förderung der Demokratie, Maßnahmen gegen die Abwanderung der Bildungselite, den Schutz der Familie und den Kampf gegen AIDS. Einen besonderen Aufruf richten die Bischöfe an die afrikanischen Staaten, die Todesstrafe abzuschaffen.
Zahlen, Daten, Fakten zur Synode
244 Delegierte, unter ihnen 228 Bischöfe, nehmen an der am Sonntag im Vatikan begonnen Afrika-Synode teil. Mit 197 Bischöfen aus 53 afrikanischen Ländern beraten die Leiter der vatikanischen Kurienbehörden sowie Vertreter der Weltkirche drei Wochen lang über das Thema: "Die Kirche in Afrika im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden". Die Synode dauert von 4. bis 25. Oktober.
Es nehmen 79 Delegierte von Amts wegen teil, 129 wurden gewählt und 36 vom Papst ernannt. Es werde 20 Plenarversammlungen geben sowie neun Sessionen der Sprachkreise (französisch, englisch, portugiesisch). Zusammen mit 29 Experten (darunter zehn Frauen), 49 Beobachtern (darunter 20 Frauen) sowie Übersetzern, Beratern und Technikern seien bei der Synode insgesamt rund 400 Personen tätig. Stellvertretende Präsidenten der Synode sind der aus Nigeria stammende frühere Kurienkardinal Francis Arinze, Kardinal Theodore-Adrien Sarr (Dakar/Senegal) und Kardinal Wilfrid Fox Napier (Durban/Südafrika).
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Mit der Synode wolle Papst Benedikt XVI. den Einsatz der Kirche Afrikas für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden vertiefen, unterstrich Eterovic. Dies sei grundlegend für die Gegenwart und für die Zukunft der katholischen Kirche auf dem afrikanischen Kontinent. Dabei spiele die Ökumene, aber auch der Kontakt mit nichtchristlichen Religionen sowie mit allen Menschen guten Willens eine wichtige Rolle, betonte Eterovic.
Die Vorbereitungen für die zweite Afrika-Synode hätten bereits unter Johannes Paul II. im Jahre 2004 begonnen, berichtete der Synoden-Sekretär. Benedikt XVI. habe dann im vergangenen März mit einer Reise nach Kamerun und Angola den eigentlichen Synoden-Prozess eingeleitet. Papst Benedikt XVI. wird, wie schon bei der Bibelsynode im Herbst vergangenen Jahres, nahezu täglich an den Sitzungen teilnehmen.
"Freie Diskussion"
Die Afrika-Synode wird die dritte mit einer täglichen so genannten "freien Diskussion" sein. Allerdings zeigte die Erfahrung der beiden vorangegangenen Synoden, dass die meisten Redner das Forum nutzen, um eine weitere Ansprache zu halten; zu einem echten Gedankenaustausch kam es in der Vergangenheit nur selten. Wie oft Papst Benedikt XVI. das Wort ergreifen wird, liegt an ihm selbst; bei der Bibelsynode war er in erster Linie als aufmerksam Zuhörender anwesend.








