Mit der Zweiten Wiener Diözesanversammlung vom 11. bis 13. März wurde das Missionsprojekt "Apostelgeschichte 2010" der Erzdiözese Wien fortgesetzt - 1.500 Delegierte diskutierten über das missionarische Gesicht der Kirche - bestimmend war allerdings das Missbrauchsthema
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Mit dem Bekenntnis zum Voranschreiten auf dem Weg der Erneuerung hin zu einer verstärkt missionarischen Kirche ist die Zweite Wiener Diözesanversammlung am Samstag, 13. März, im Stephansdom zu Ende gegangen. "Mission ist Begegnung, keine Zwangsbeglückung oder Manipulation", sagte Kardinal Schönborn in seinem Schlusswort, das zugleich als "Anfangswort" für die nächsten Schritte des Prozesses "Apostelgeschichte 2010" gedacht war. Es brauche ein waches Herz, "um zu sehen, wo der Herr schon am Werk ist" und um nicht jene Momente zu verpassen, wo die Christen gefordert seien, Glaubenszeugnis zu geben.
Im vorausgegangenen Plenum hatten zuvor zahlreiche Delegierte im Dom offen ihre Hoffnungen und Enttäuschungen geäußert. "Mut ist auf jeden Fall gefragt", resümierte der Kärntner Seelsorgeamtsleiter Josef Marketz. Er war wie auch die Wiener evangelische Pfarrerin Gabriele Lang-Czedik als Prozessbeobachter bei der Diözesanversammlung im Einsatz.
Lang-Czedik sprach von einer deutlich spürbaren Aufbruchsstimmung in der katholischen Kirche in Wien und "ungeheuer viel Potenzial" in den Pfarren und Gemeinschaften. Beeindruckt zeigte sich die evangelische Pfarrerin darüber, dass sich Kardinal Schönborn und die im Dom versammelten Delegierten durch die zahlreichen Missbrauchsfälle nicht beleidigt zurückzögen, sondern die Opfer in den Mittelpunkt stellten.
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Am Freitag hatten die Delegierten zunächst in Kleingruppen über die notwendigen Voraussetzungen für eine gelungene Mission beraten. Im anschließenden Plenum kam deutlich zum Ausdruck, dass der Glaube keine Privatsache sein könne.
Glaube brauche Gemeinschaft, brachte es ein Delegierter auf den Punkt. Das authentische Lebenszeugnis sei sowohl für die Gemeinschaft als auch für jeden einzelnen Christen entscheidend. Ein besonderer Stellenwert komme dabei auch der Caritas-Arbeit zu - als ein Bereich, über den auch viele der Kirche sonst fernstehende Menschen erriecht werden könnten.
Weitere Themen waren u.a. niederschwellige Angebote für Fernstehende, konfessionsübergreifende Initiativen oder das Spannungsverhältnis, die Menschen nicht zu vereinnahmen und dennoch herauszufordern. Vielerorts war auch die Meinung zu hören, die aktuelle Krise als Chance für eine Erneuerung der Kirche zu sehen.
Schönborn: "Fernstehende" wertschätzen
Kardinal Schönborn wies in seiner Stellungnahme darauf hin, dass die Kirche "Fernstehende" noch viel stärker wertschätzend in den Blick nehmen müsse. Die Kirche sei hier noch zu sehr auf sich selbst konzentriert.
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Konfrontiert wurde der Wiener Erzbischof auch mit seiner Ankündigung von der Ersten Diözesanversammlung, die vorgebrachten Wünsche nach einer Änderung der Zulassungsbedingungen zum Priesteramt in Begegnungen mit anderen Bischöfen zur Sprache zu bringen. Er habe dies auch immer wieder getan, so die Antwort des Kardinals; freilich seien die meisten Bischöfe der Überzeugung, an den derzeit geltenden Richtlinien sei nicht zu rütteln. Der Kardinal rief die Gläubigen auf, über den Tellerrand der Ortskirche hinweg verstärkt auf die Weltkirche zu blicken.
Am Samstag im Plenum sagte Schönborn, dass er damit "keine Türen zuschlagen" habe wollen. Die Kirche stehe weltweit vor großen und oft ähnlichen Problemen. "Wir müssen noch viel mehr aufeinander hören und Erfahrungen austauschen", so Schönborn wörtlich. In den Wiener Pfarrgemeinden gelte es "ein Miteinander von Hirte und Gemeinde zu leben, das von gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist". Schönborn rief alle Anwesenden auf, die Priester zu unterstützen, "damit sich ihr Herz nicht verhärtet."
An alle Gläubigen richtete der Wiener Erzbischof den Appell, sich mit dem Glauben intellektuell auseinanderzusetzen: "Wir müssen auskunftsfähiger werden, Rechenschaft abgeben können, wie wir unseren Glauben vernünftig begründen."









