Mit der neuen europaweiten Kampagne "Zero Poverty" will die Caritas auf die steigende Armutsgefährdung auch in Europa hinweisen. Anlass der Kampagne ist das von der Europäischen Kommission ausgerufene "Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung"
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Die Caritas startete die europaweite Kampagne "Zero Poverty". 48 Schwesterorganisationen wollen auf die steigende Armutsgeführung auch in Europa hinweisen und die Armut auf Null reduzieren. Anlass ist das von der EU ausgerufene "Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung". Die 48 Caritas-Organisationen rufen dazu auf, die Bekämpfung der Armut selbst in die Hand zu nehmen. In der EU leben 84 Mio. Menschen (17 Prozent der Bevölkerung) unter der Armutsgrenze. Viele in Europa kämpfen ums Überleben
"Wenn man genauer schaut, gibt es in Europa eine ganze Menge Menschen, die ums Überleben zu kämpfen haben", sagte Caritas-Präsident Franz Küberl bei der Präsentation der Kampagne. Die Problematik drehe sich nicht nur um Materielles, sondern auch um die Verknüpfung von Armut mit Krankheit und Einsamkeit. Besonders von Armut bedroht seien Arbeitslose, Alte, Kinder, Migranten und Roma.
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Eine Antwort darauf wäre für Küberl die Einführung einer zur Armutsbekämpfung zweckgebundenen Finanztransaktionssteuer. Weiters forderte er staatliche Zahlungen für Kinder ungeachtet des Status der Eltern sowie für Minderheiten und Migranten eine Politik, die die Menschen nicht zu Almosenempfängern mache, sondern sie in Lösungen einbinde.
In der aktuellen Transferkontodebatte sprach sich der Caritas-Präsident dafür aus, nicht nur Sozialleistungen, sondern auch Transfers zu Wirtschaftsunternehmen oder politischen Parteien offenzulegen. Außerdem müsse man eine Form finden, "dass das ohne Häme passiert".
Bekenntnis zur Sozialunion
Das EU-weite Jahr zur Armutsbekämpfung versteht Caritas-Präsident Küberl als "enorm politisches Zeichen", da es ein Bekenntnis der Europäischen Union sei, nicht nur Wirtschaftsunion zu sein, sondern auch den Anspruch einer Sozialunion zu stellen. Konkret erwarte er sich von dem Jahr sowie von der Caritas-Kampagne vor allem ein stärkeres Hinhören und Hinsehen auf den jeweiligen EU-Nachbarn. "Europa ist nicht Brüssel, sondern es beginnt auch in sozialen Fragen dort, wo wir gemeinsam mit unseren Nachbarn nach möglichen Lösungen und best-practice-Ansätzen suchen", so Küberl.
Mehr als eine Million armutsgefährdet
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Statistisches Datenmaterial zur Armut in Österreich legte die "Statistik Austria" vor: 12,4 Prozent der Bevölkerung - das sind mehr als eine Million Menschen - sind armutsgefährdet, verfügen also nur über maximal 60 Prozent des (bedarfsgewichteten) Durchschnittseinkommens. Das entspricht 951 Euro pro Monat für einen Einpersonenhaushalt.
Rund die Hälfte dieser Armutsgefährdeten lebte laut "Statistik Austria" 2008 in manifester Armut (das sind um 100.000 mehr als 2007), kann sich also Miete und Heizen nicht leisten, muss auf den Kauf neuer Kleidung verzichten oder kommt bei unerwarteten Reparaturen ins Schleudern.
Promis sensibilisieren die Öffentlichkeit
25 prominente österreichische Persönlichkeiten haben zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit die Funktion als "Botschafterin/Botschafter des Europäischen Jahres" übernommen. Mit dabei ist auch Caritas-Präsident Küberl. Er zeigte sich in einem Statement für die Webseite
www.2010gegenarmut.at überzeugt, dass politisch Verantwortliche, aber auch Zivilgesellschaft und jeder einzelne etwas gegen die Not tun können: "Jeder Mensch, der in Armut leben muss, ist einer zu viel." Weitere "Botschafter" sind u.a. Diakonie-Direktor Michael Chalupka, Bundespräsidentengattin Margit Fischer, ORF-Moderatorin Barbara Stöckl und Tischtennis-As Werner Schlager.
Die offizielle nationale Eröffnungsveranstaltung zum Europäischen Jahr findet am 22. Februar 2010 in Salzburg statt, weiters sind regionale Konferenzen in der Steiermark, in Oberösterreich und Tirol sowie eine Schlussveranstaltung im November in Wien geplant.








