Am 12. September fand in der Wiener Stadthalle zum 50. Mal die größte katholische Veranstaltung Österreichs mit Tausenden Gläuben statt: die "Maria Namen-Feier". Mitfeiernde waren ua. Kardinal Schönborn und das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirchen, Patriarch Irenej
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Ganz im Zeichen der Ökumene und der Jugend stand die diesjährige Maria-Namen-Feier in der Wiener Stadthalle. Der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej I. nahm an der Spitze einer hochrangigen Delegation an der Marienfeier teil, die unter dem Motto "Glaube gibt Zukunft" stand und bereits zum fünfzigsten Mal in der Wiener Stadthalle stattfand. Die vom Franziskanerorden gestaltete Feier wurde mit einem zeugnishaften Vortrag des Tübinger Religionspädagogen eröffnet. Höhepunkt der Feier war nach dem gemeinsamen Rosenkranzgebet die Eucharistiefeier mit dem Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, der auch die Predigt hielt. Für den anwesenden Patriarch Irinej I. und die serbisch-orthodoxen Gläubigen sprach der serbisch-orthodoxe Diözesanbischof Konstantin von Mitteleuropa das Grußwort. Er betonte, dass die Verehrung der Gottesmutter Maria die serbisch-orthodoxen und die katholischen Gläubigen verbinde. "Möge die Gottesmutter unsere Gebete erhören und uns alle beschützen", wünschte Bischof Konstantin allen Gläubigen in der Stadthalle.
Papst Benedikt XVI. betonte in seiner Grußbotschaft an die Gläubigen, die vom Apostolischen Nuntius Erzbischof Peter Zurbriggen verlesen wurde, dass sich der Glaube nach der "wahren Freiheit" ausstrecke, die Jesus Christus ist.
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Unter den Mitfeiernden befanden sich auch die Diözesanbischöfe Ludwig Schwarz (Linz) und Alois Schwarz (Gurk), der emeritierte Eisenstädter Bischof Paul Iby, die Wiener Weihbischöfe Franz Scharl und Stephan Turnovsky sowie der Grazer Weihbischof und Franziskaner Franz Lackner. Familienstaatssekretärin Christine Marek stand an der Spitze der mitfeiernden Repräsentanten des öffentlichen Lebens.
Schönborn: "Kein Mensch ist vor Gott wertlos"
Im Zentrum der Predigt des Wiener Erzbischofs stand die Auslegung des Evangeliums von der verlorenen Drachme, dem verlorenen Schaf und dem verlorenen Sohn. Diese Gleichnisse zeigten, dass es Gott "nicht um Prozente und nicht um Statistik" gehe, sondern dass für Gott jeder einzelne Mensch gleich wichtig sei. "Kein Gott ist vor Gott Mensch wertlos", betonte der Kardinal und knüpfte daran die Frage, wie denn die Kirche und die Pfarrgemeinden mit jenen umzugehen hätte, die die Kirche verlassen haben und auf der Suche sind.
Es sei heute Aufgabe der Gemeinden nach den Ausgetreten Ausschau zu halten und ihnen in Geduld nachzugehen. An erster Stelle müsste dabei das Gebet stehen. "Unser Gebet soll alle erfassen, die Ausgetretenen ebenso wie jene 'die am meisten deiner Barmherzigkeit bedürfen'", betonte der Kardinal mit Bezug auf das "Fatima-Gebet" des Rosenkranzes.
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Als echtes Hoffnungszeichen wertete der Wiener Erzbischof den Umstand, dass die Zahl der Gebetsgruppen unter Jugendlichen enorm zugenommen hätten. In diesem Zusammenhang begrüßte er alle jugendlichen Teilnehmer an der Feier, ganz besonders die vom Linzer Bischof Ludwig Schwarz sowie die vom Grazer Weihbischof Franz Lackner begleiteten Jugendgruppen.
Christen des Ostens sind Reichtum für Österreich
Christen sollten gerade in der heutigen Zeit ein gemeinsames Zeugnis ihres Glaubens geben, sagte Kardinal Schönborn und dankte dem serbisch-orthodoxen Patriarchen Irinej I. für sein Mitfeiern und das ökumenische Zeugnis. Gleichzeitig betonte der Kardinal, dass die hier lebenden rund 500.000 Christen des Ostens "ein Reichtum für unser Land sind, das im Glauben auszudünnen droht". Auch unter den Katholiken Wiens gäbe es bereits ein Viertel mit Migrationshintergrund, hob der Wiener Erzbischof hervor.
Beim Friedensgruß verließ Kardinal Schönborn den Altar und umarmte in besonderer Herzlichkeit den serbisch-orthodoxen Patriarchen Irinej zum Friedensgruß, der dieses gemeinsame Zeichen freudig aufnahm.
Biesinger: Auskunftsfähigkeit über Glauben stärken
Im Zentrum des Vortags des Tübinger Religionspädagogen Albert Biesinger zum Thema "Der Glaube gibt Zukunft!" standen Überlegungen darüber, wie ein alltagstauglicher christlicher Glaube der Kirche Zukunft geben könne. Biesinger gab auch Einblicke in seinen persönlichen Glauben, sprach von seiner Nahtoderfahrung und den Konsequenz für sein Leben daraus.
"Wir stehen in West- und Mitteleuropa als Christinnen und Christen an einer historischen Wegkreuzung", so Biesinger. Der gesellschaftliche "Umwälzungsprozess", in dem sich Europa derzeit befinde, müsse von Christen erkannt und ernst genommen werden. Vor diesem Hintergrund gelte es die Auskunftsfähigkeit in Glaubensfragen zu stärken, betonte Biesinger
Damit Kinder "im Pluralismus der Religionen" bestehen können, bräuchten sie "eine entschiedenere Qualität von religiöser Erziehung", indem sie "ihr Christsein von den eigentlichen Wurzeln her verstehen lernen". Dazu Biesinger: "Glaube muss alltagstauglich werden!" Dies sei beispielsweise durch "alltagstaugliche Glaubensrituale" wie Tischgebete oder "Abendrituale" möglich.
An der Maria-Namen-Feier in der voll besetzten Wiener Stadthalle nahmen auch heuer wieder Pilgergruppen aus ganz Österreich sowie aus den Nachbarländern, besonders auch Tschechien und Ungarn teil. Für die musikalische Gestaltung sorgten das "Franziskusensemble", Friedrich Lessky als Organist und "Ars musica" unter der Leitung des Dommusikers Thomas Dolezal.
Die "Maria-Namen-Feier" wird seit 1960 jährlich in der Wiener Stadthalle gefeiert. Initiiert wurde sie 1953 vom Franziskanerpater Petrus Pavlicek (1902-1982), für den ein Seligsprechungsverfahren läuft und der 1947 die internationale Gebetsgemeinschaft "Rosenkranz-Sühnekreuzzug" (RSK) gegründet hat. Sie hat weltweit rund 700.000 Mitglieder in mehr als 130 Ländern. Die Gebetsgemeinschaft bereitet jährlich gemeinsam mit dem Franziskanerorden die Maria-Namen-Feier vor. (Infos: www.rsk-ma.at)
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| » | Maria-Namen-Feier 2009 | ||
| Die Christen müssen das Evangelium vor allem mit Taten, durch das Leben, verkünden. Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn bei der "Maria-Namen-Feier" in der Wiener Stadthalle. | |||
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| Kardinal Christoph Schönborn lud zum "Gebet für Österreich"; Verurteilter Mörder Torsten Hartung erzählt seinen Glaubensweg; P. Karl Wallner (Heiligenkreuz) hielt die Predigt | |||
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| mmv | 24.09.2010 20:08 | antworten | |
| Grüß Gott, ich mochte auf einen Texstfehler hinwaisen: im text von d.Predigt d.Kardinal Schönborn steht oben richtig,wenn mann etwas weiter liest steht: "Kein Gott ist vor Gottmensch wertlos" und das ist sicher ein Fehler. Freundliche Grüße. |
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