Der "Run" auf die katholischen Schulen hält auch im nun beginnenden neuen Schuljahr an. Positiver Trend bei allen Ordensschulen
![]()
|
Der Zustrom zu katholischen Schulen ist nach wie vor groß. Das hat der Geschäftsführer der "Vereinigung der Ordensschulen", Rudolf Luftensteiner, im Gespräch mit "Kathpress" mitgeteilt. Die Schülerzahlen würden insgesamt jedes Jahr leicht steigen. In Österreich gibt es etwa mehr als 300 katholische Privatschulen - rund drei Viertel davon sind Ordensschulen - mit etwas mehr als 70.000 Schülern. Die genauen Zahlen für das kommenden Schuljahr würden noch nicht vorliegen, so Luftensteiner. Oberstes Ziel für katholische Schulen dürfe nicht eine bloß an pragmatischen Gesichtspunkten orientierte Ausbildung sein, warnte Luftensteiner. Es gehe vielmehr um die Frage, "was junge Menschen brauchen, um sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln zu können". Jedes Kind und jeder Jugendliche habe das Recht auf eine solche "Bildung", die dem christlichen Menschenbild entspricht.
Zur politischen Bildungsdebatte meinte Luftensteiner, dass es wohl hilfreich wäre, wenn von der Politik eingesetzte "Bildungsexperten" etwas mehr Bezug zum konkreten Schulalltag hätten. Aktuelle Fragen wie jene der Gesamtschule oder die Abschaffung des Sitzenbleibens würden von den katholischen
|
Links / Tipps |
||||
|
» Vereinigung von Ordensschulen
» Religionspädagogische Institute
» Materialien für Schulpartnerschaft
» Vatikan-Kongregation zu Bildung
|
Schulerhaltern unterschiedlich und differenziert diskutiert. Luftensteiner: "Das Wohl der Kinder steht bei uns im Mittelpunkt. Es braucht oft individuelle und regionale Lösungen und keine von einer Zentralstelle diktierten Modelle."
In vielen katholischen Schulen würden bereits seit Jahren Reformen umgesetzt, die derzeit noch politisch in Diskussion stehen. So hätten die Ursulinen in Graz längst ein modulares System in der Oberstufe eingeführt. Im "Kollegium Aloisianum", einer von den Jesuiten geführten AHS in Linz, gebe es längst schon Lehrerteams, die den Unterricht gestalten.
Interreligiöser Schülerkalender
Zu Schulbeginn erhalten wieder mehr als 130.000 Schülerinnen und Schüler in ganz Österreich den interreligiösen Schülerkalender als Geschenk. Er erscheint bereits zum siebenten Mal und ist ein Gemeinschaftsprojekt der christlichen Kirchen sowie der islamischen und jüdischen Glaubensgemeinschaft. Verteilt wird der Kalender im konfessionellen Religionsunterricht an Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren mit dem Ziel, gegenseitiges Verständnis und Toleranz zu fördern, wie die Schulamtsleiterin der Erzdiözese Wien, Christine Mann, am gegenüber "Kathpress" erläuterte.
![]() |
|
|
Gratis-"Schulanfangszeitung" des Katholischen Familienverbandes:
|
Ideell unterstützt wird der interreligiöse Schülerkalender durch Unterrichtsministerin Claudia Schmied: Der Kalender sei ein Zeichen für ein "attraktives, harmonisches Miteinander verschiedener Kulturen". Damit würden Religionen und Kirchen die wichtige Botschaft senden, dass es sich lohnt, "ein Klima des konstruktiven Miteinanders zu entwickeln", so die Unterrichtsministerin in ihrem Vorwort zum Kalender.
Mit dem Schülerkalender sei es möglich, "Jugendliche mit Lebenserfahrung, wie sie uns von den großen religiösen und philosophischen Traditionen, aber auch von der Literatur überliefert ist, in Berührung zu bringen", erläuterte Schulamtsleiterin Mann. Dass der Kalender bereits zum siebenten Mal erscheint, zeige, dass das Projekt einen festen Platz in der interreligiösen Begegnung in Österreich habe: "Zugleich ist es aber auch ein starker Impuls in eine Gesellschaft hinein, deren Wertebasis immer schmäler wird, und in der die Menschen durch den zunehmenden Individualismus Gemeinsamkeiten und mögliches Miteinander viel zu wenig wahrnehmen."








