Das Grazer Kulturzentrum bei den Minoriten beantwortet seit Sonntag mit der Ausstellung "Reliqte" die Frage: "Wie könnte ein Museum für Gegenwart, Kunst und Religion aussehen?" Laut dem Leiter des kirchlichen Kulturzentrums und Kurator der Schau, Johannes Rauchenberger, dürfe das Augenmerk jedenfalls nicht auf "Bestandssicherung" liegen, vielmehr gelte es Ausschau zu halten nach "Bildern, die sich mit jenen der Religionen produktiv reiben - sie stärken, kritisieren, womöglich auch verändern".
"Reliqte" versammelt als "Spiel mit Resten" der vergangenen zehn Jahre Beiträge von rund 50 Künstlerinnen und Künstlern, vielfach von diesen als Gastgeschenk "zurückgelassen" nach positiven Kontakten mit dem für kontinuierliche Sammeltätigkeit finanziell nicht ausgestatteten Kulturzentrum, so Rauchenberger.
Zu sehen sind u.a. Fotografien von Danica Dakic, die Hände über den heiligen Büchern der Weltreligionen schweben lässt; oder Hannes Prieschs Macht hinterfragende Installation "Ich als Moses als Gottvater". Die Videoprojektion der "Gruppe 0512" greift auf subtile Weise das Bilderverbot im Islam auf, während die LED-Schriftbilder von Ruth Schnell mit Begriffen wie "Preis" und "Öl" quasi "Vergöttlichtes" bloßstellen.
Die Schau "Reliqte" in den Minoriten Galerien (Graz, Mariahilferplatz 3) bleibt bis 18. Juli geöffnet. (Informationen: http://www.kultum.at)