Die Kirchen in Österreich haben mit ihrem Eintreten für Freiheit und Bürgerrechte zum Ende der kommunistischen Diktatur und damit zur Öffnung der Grenzen vor 20 Jahren einen wichtigen Beitrag geleitet, betonte der evangelische Bischof Michael Bünker im Vorfeld der Feiern. Heute, da ein Wiedererstarken nationalistischen Gedankenguts zu beobachten sei, ist es laut Bünker ein wichtiges Zeichen, offene Ländergrenzen, aber auch die Durchlässigkeit kultureller und religiöser Grenzen, zu feiern. Ziel der Gedenkfeier sei somit auch ein Beitrag dazu, die Blockaden und Vorurteile in den Köpfen der Österreicher zu verringern, betonte Bünker.
Auch Superintendent Hennefeld hob im Gespräch mit "Kathpress" die große gesellschaftliche Bedeutung der Ost-Öffnung vor 20 Jahren hervor. "In der Welt bestehen immer noch viel zu viele Grenzen, die Menschen voneinander trennen und Leid verursachen", so Hennefeld. Hier gegenzusteuern sei ein besonderer Auftrag der Kirchen.
Ein Programm-Highlight ist am Samstag ein großes Multimedia-Ereignis mit dem Titel "Von Zeitzeugen zum Blick in die Zukunft"; geboten werden Filmberichte, Interviews mit Zeitzeugen aus der ehemaligen DDR, aus Ungarn und Österreich, Gespräche mit Vertretern der Kirchen sowie mit Politikern und Journalisten über die Rolle der evangelischen Kirchen in einem zusammenwachsenden Europa: Es diskutieren u.a. Miklós Németh, von 1988 bis 1990 Ministerpräsident von Ungarn, GEKE-Präsident Thomas Wipf und die österreichische lutherische Oberkirchenrätin Hannelore Reiner.






