Wiener Schottenstift zeigt ab 18. Februar Sonderschau zur Fastenzeit mit Werken von Ewald Kapferer
Wien, 22.01.2010 (KAP) Das Museum im Wiener Schottenstift plant zur Fastenzeit eine zeitkritische Sonderausstellung unter dem sprachspielerischen Titel "gipfel (d) erschöpfung". Angesichts von Designerbabies, Urknallforschung und "Klimahandel" stellt sich der Künstler Ewald Kapferer mit Werken zweier thematisch passender Arbeitszyklen die Frage, ob der Mensch nun am "Gipfel der Schöpfung" angelangt sei - "oder ist Gott einfach nur müde?"
Kapferer bewertet laut einer Aussendung des Schottenstifts "menschlichen Sündenfall und göttliche Ratlosigkeit als Konsequenz eines nachhaltigen Beziehungs- und Vertrauensverlustes". "Verzweiflung auf beiden Seiten" sei die Folge. Kapferer stellt in seinen Arbeiten menschlichen Zorn, Geiz und Maßlosigkeit mit dem "verlorenen Tempel" oder der "Endstation Königreich" gegenüber. "Paradies, Fehlversuch" lautet der Titel des Leitbildes der Ausstellung, das einen Zwiespalt auf den Punkt bringe: "Sind wir tatsächlich Ebenbilder Gottes, oder ist Gott einfach menschlicher, als uns lieb sein kann?"
Die Bilder Kapferers wollen den Kontrast zwischen gleichzeitig wachsender äußerer Fülle und innerer Leere offenlegen, zwischen dem ursächlichen Ansinnen der Schöpfung und ihrem Ist-Zustand, heißt es in der Ankündigung weiter. Der doppelsinnige Ausstellungstitel sei ein Hinweis darauf, dass mit "gipfel (d)erschöpfung" keine Antworten gegeben, sondern Türen zum Nachdenken geöffnet werden wollen.
Der 44-jährige ehemalige Maturant am Schottengymnasium Ewald Kapferer war lange Zeit in der Werbebranche tätig und arbeitet jetzt künstlerisch vielseitig mit Grafik, Text, Konzeptkunst, Ölmalerei und Skulpturen. Zuletzt war er mit der Kartenserie "Sell Our Souls" 2008 und 2009 u.a. im Linzer Lentos präsent. Mit "gipfel (d) erschöpfung" zeigt Kapferer nun erstmals eine in ein dichtes thematisches Konzept gefasste Werkreihe.
Zu sehen ist "gipfel (d)erschöpfung" ab 18. Februar 2010 an jedem Donnerstag, Freitag und Samstag von 11 bis 17 Uhr im Museum im Schottenstift (Wien 1, Freyung 6).






