Turin, 13.04.2010 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat am Montag die Ausstellung des Turiner Grabtuchs ("Sacra Sindone") besucht. Mit rund 200 Teilnehmern einer diözesanen Pilgerfahrt der Erzdiözese Wien meditierte er vor dem von vielen Katholiken als Grabtuch Christi verehrten Leinen. Am Abend hielt Schönborn zudem im Turiner Dom einen öffentlichen Vortrag zum Thema "Passio Christi - Passio Hominis".
Zahlreiche italienische Medien berichteten über Schönborns Grabtuch-Besuch. In einem Interview mit der Turiner Tageszeitung "La Stampa" vom Dienstag wies Schönborn abermals Vorwürfe zurück, Papst Benedikt XVI. sei während seiner Zeit als Leiter der Glaubenskongregation nicht entschlossen gegen sexuellen Missbrauch vorgegangen. Die Haltung des Papstes in dieser Frage sei stets entschieden gewesen und habe keinen Zweifel gelassen, sagte der Kardinal.
Als Beispiel verwies Schönborn erneut auf den Fall seines Vorgängers Hans Hermann Groer. Als 1995 gegen Groer Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs erhoben worden seien, habe Joseph Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation eine Untersuchungskommission zur Prüfung der Vorwürfe einsetzen wollen. Er habe dies jedoch in der Kurie nicht durchsetzen können, so Schönborn.






