Wien, 22.01.2010 (KAP) Zum Gebet für die Opfer der Erdbebenkatastrophe von Haiti hat Kardinal Christoph Schönborn am Donnerstagabend im Wiener Stephansdom beim Festgottesdienst aus Anlass der Vorstandstagung der "International Catholic Migration Commission" (ICMC) aufgerufen. Unter den Konzelebranten des Kardinals waren u.a. auch der Alterzbischof von Cap-Haitien, Francois Gayot, sowie der griechisch-katholische Patriarch von Antiochien, Gregorios III. Laham, und der Erzbischof von Nairobi, Kardinal John Njue. Kardinal Schönborn bezeichnete Erzbischof Gayot als einen "Zeugen der Leiden seines geprüften Volkes". Wörtlich sagte der Wiener Erzbischof: "So viele Menschen sind in Haiti aus dem Leben gerissen worden, so viele sind verletzt, geschockt, obdachlos, haben alles verloren". In seiner Predigt erinnerte Kardinal Schönborn laut dem Pressedienst der Erzdiözese Wien daran, dass kein Migrant seine ursprüngliche Heimat ohne Grund verlasse. Es gehe immer um die Sehnsucht nach Freiheit, vor allem auch Religionsfreiheit, um wirtschaftliches Überleben, um Flucht vor Krieg und Unrecht. "Migration ist nicht nur ein Gegenwartsphänomen, sondern begleitet das menschliche Leben seit dem Beginn der Geschichte", betonte der Wiener Erzbischof, der Gastgeber der ICMC-Vorstandstagung ist. Das Phänomen Migration erinnere den gläubigen Christen daran, dass "wir nur Gast auf Erden sind", sagte Kardinal Schönborn. Niemand habe in dieser Welt eine "bleibende Stätte". Großen Eindruck machte auf die internationalen Teilnehmer der ICMC-Vorstandstagung die liturgische Gestaltung im Stephansdom. Der Gottesdienst wurde in lateinischer, englischer und deutscher Sprache gefeiert, für die musikalische Gestaltung sorgte der Domchor mit der "Missa brevis in D-Dur" von Wolfgang Amadeus Mozart.






