Umgerechnet rund zehn Milliarden Euro, für die im Elend lebende Masse der Haitianer eine unvorstellbare Summe, soll der Wiederaufbau des am 12. Jänner von einem Erdbeben zerstörten Landes kosten. Diese Kalkulation hat jetzt die Interamerikanische Bank für Entwicklung (IBD) vorgelegt.
Zwischen den Nachrichten über die andauernde Not vieler Haitianer aufgrund der Naturkatastrophe, die nach jüngsten Angaben bis zu 300.000 Todesopfer forderte, sickern Informationen durch, dass die wohlhabende Oberschicht das Beben nahezu unbeschadet überstanden hat. Etwa fünf Prozent der nunmehr noch neun Millionen Einwohner in den besseren Wohnvierteln von Port-au-Prince und den anderen betroffenen Ortschaften, so heißt es, lebten unverändert in verhältnismäßigem Luxus. Gegen Geld gebe es nach wie vor Champagner, französisches Mineralwasser und italienisches Olivenöl.
Während die Hütten in den Slumvierteln des ärmsten Landes der nördlichen Hemisphäre zusammenbrachen, hielten die stabilen Häuser der wirtschaftlichen Elite, darunter auch zahlreiche der in dem Karibik-Staat tätige Ausländer, den Erdstößen stand.
Die Hilfe der Kirche in der Region beim Wiederaufbau Haitis dominierte auch die jüngste Jahresversammlung der katholischen Bischöfe aus Nord- und Südamerika im kanadischen Ottawa (8. bis 11. Februar). Die Vertreter der Bischofskonferenzen der USA und Kanadas vereinbarten in Ottawa, ihre Hilfsmaßnahmen für Haiti künftig noch effektiver zu koordinieren. Die bischöflichen Delegierten beim sogenannten Interamerikanischen Treffen, das 1967 erstmals stattfand, betonten, dass neben den spezifischen Problemen in Haiti gegenwärtig aufgrund der innenpolitischen Lage auch die Kirchen in Honduras und Venezuela in einer besonders schwierigen Situation stünden.






