Port-au-Prince (KAP) Unter freiem Himmel und vor den Ruinen der Kathedrale der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince haben mehrere Tausend Menschen am Ostergottesdienst mit Weihbischof Joseph Lafontant teilgenommen. Lafontant rief in seiner Predigt die Menschen dazu auf, trotz der Naturkatastrophe und der schrecklichen Erlebnisse der vergangenen Wochen nicht an Gott zu verzweifeln. Weiters unterstrich der Weihbischof, dass die Menschen der internationalen Staatengemeinschaft für die rasche Hilfe zu Dank verpflichtet seien.
Lafontant leitet die Erzdiözese seit dem verheerenden Erdbeben vom 12. Jänner, das vor allem die Hauptstadt Port-au-Prince getroffen hat und u.a. Erzbischof Joseph Serge Miot das Leben kostete. Insgesamt forderte das Erdbeben nach jüngsten Angaben rund 230.000 Todesopfer.
Küberl: "Caritas benötigt für Wiederaufbau langfristige Unterstützung"
Caritas-Präsident Franz Küberl unterstrich indes, dass es zum Wiederaufbau in Haiti weiterhin eines "langen Atems" und "langfristiger Unterstützung" bedarf. Bis jetzt hat die Caritas Österreich rund 2,7 Millionen Euro für die Nothilfe in Haiti ausgegeben. Davon konnten 90.000 Menschen - darunter 18.000 Familien - mit Essen, sauberem Wasser, Hygienepaketen, medizinischer Hilfe und Notunterkünften versorgt werden.
Für die nächste Stufe der mittelfristigen Hilfe hat die Caritas 1,7 Millionen Euro veranschlagt, die in Notunterkünfte für weitere 30.000 Menschen sowie in die Errichtung provisorischer Schulgebäude für rund 6.500 Kinder fließen werden. Für langfristiges Hilfsmaßnahmen wie etwa den Wiederaufbau von Schulen sowie für existenzsichernde Projekte hat die Caritas weitere fünf Millionen Euro veranschlagt.
Stellvertretend für das große Engagement zahlreicher Österreicher dankte Caritas-Präsident Küberl Ende vergangener Woche bei einer Scheckübergabe in Graz den steirischen "Rotary-Klubs" und den Mitarbeitern der Steiermärkischen Sparkasse, die die Caritas mit privaten Spendensammlungen unterstützen.
Spendenzuwachs um 2,5 Millionen Euro
Wie Küberl gegenüber der Austria Presse Agentur (APA) bestätigte, verzeichnete die Caritas im Vorjahr ein Spendenplus von 2,5 Millionen Euro gegenüber 2008. Insgesamt konnte die Caritas damit rund 37,5 Millionen Euro an Spenden lukrieren. Ob die im Vorjahr eingeführte Spendenabsetzbarkeit maßgeblich zum Spendenplus beigetragen hat, sei nicht mit Sicherheit zu sagen, so Küberl.






