Port-au-Prince (KAP) Drei Monate nach der Erdbebenkatastrophe haben viele Hilfsorganisationen Haiti bereits wieder verlassen. Doch die große Herausforderung des Wiederaufbaus steht noch bevor. Die Salesianer Don Boscos bemühen sich in besonderer Weise darum. So sind die Salesianer und die Don Bosco Schwestern bereits seit den 1930er Jahren in Haiti aktiv und betreiben dort mehrere Schulen, Ausbildungszentren und Straßenkinderheime, die bei dem Erdbeben am 12. Januar 2010 stark zerstört wurden. Seit Montag, dem 5. April 2010 arbeiten alle bisherigen Schulen der Salesianer Don Boscos wieder. "Wir haben zwar keine Schulgebäude mehr, aber die Schule funktioniert", gibt sich der Leiter der Don Bosco-Einrichtungen auf Haiti, Pater Ducange, optimistisch.
Dank der Unterstützung von Spendengeldern, auch aus Österreich, könnten die Lehrkräfte vorerst bezahlt und provisorische Schulen errichtet werden. Insbesondere das Bereitstellen der Lehrergehälter sei für das Aufrechterhalten des Schulbetriebs entscheidend: "Wenn wir die Lehrerinnen und Lehrer nicht bezahlen können, werden sie woanders Arbeit suchen. Denn auch sie müssen von etwas leben," zeigt sich Pater Ducange besorgt. Der Schulunterricht sei vor allem wichtig, um den Kindern und Jugendlichen Stabilität und Sicherheit zu vermitteln und wieder etwas Normalität in ihren Alltag zu bringen.
Als eine der größten Herausforderungen sehen die Don Bosco-Mitarbeiter die Infrastrukturprobleme und den Umgang mit den erlittenen Traumata, besonders bei Kindern. Es wurden bereits Psychologen angefordert, um die eigenen Mitarbeiter zu schulen und zu stabilisieren. Ducange: "Wenn ich spielende Kinder auf unserem Fußballplatz frage, ob sie Angst vor einem neuen Beben haben, sagen alle nein. Aber in ein festes Haus will keiner von ihnen. Sie fragen mich, ob sie von nun an immer im Zelt schlafen dürfen, es mache ihnen nichts aus. Auch die Schule soll lieber ein Zelt sein."
In vier Flüchtlingszentren versorgen die Salesianer Don Boscos etwa 20.000 Menschen. "Die Nothilfeverteilung läuft recht gut. Die medizinische Versorgung und die Verteilung von Lebensmitteln und Wasser sind gewährleistet," so Pater Ducange. (Spendenkonto "Jugend Eine Welt" PSK 92.083.767, BLZ 60.000, Kennwort: Haiti)






