Die deutsche Regierungschefin sieht keine Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten in der CDU
Berlin, 15.3.09 (KAP) Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Brief Papst Benedikt XVI. an den Weltepiskopat über die Lefebvrianer als "sehr mutig" bezeichnet. "Es ist ein ungewöhnlicher, sehr persönlicher Schritt", sagte sie am Sonntag im Deutschlandfunk.
Zugleich verteidigte sie ihre vor sechs Wochen geäußerte Kritik am Papst im Zusammenhang mit dem lefebvrianischen Bischof Richard Williamson, der den Holocaust leugnet. "Ich glaube, dass ich als deutsche Regierungschefin im Bezug auf die Shoah deutlich machen musste - unbeschadet der eindeutigen Haltung des Papstes selber -, dass Leugnung des Holocaust keinen Raum haben darf in der Öffentlichkeit", so die Kanzlerin. Merkel - die evangelisch ist - hatte am 3. Februar vor Journalisten den Papst und den Vatikan zur Klarstellung aufgefordert.
Merkel wies Mutmaßungen über Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken in ihrer Partei zurück. Die CDU habe immer eine Lehre aus der konfessionellen Trennung in früheren Zeiten im Parteienspektrum gezogen. Diese Haltung sei ganz bewusst gewählt worden und "so möchte ich es als Vorsitzende auch weiter halten", betonte Angela Merkel.
Die CDU leite ihre "gesamte politische Stellungnahme" in ihren Grundsatzprogrammen aus dem christlichen Menschenbild und seiner Sicht der Unteilbarkeit der Menschenwürde ab. Wörtlich sagte Merkel: "Das 'C' in der CDU ist mir wichtig als evangelischer Christin, und das ist wichtig für die katholischen Christen, und es deutet darauf hin, aus welcher Quelle wir unser Bild vom Menschen speisen".






