Washington, 17.4.08 (KAP) Die amerikanischen Medien widmeten dem Besuch von Papst Benedikt XVI. auch am Donnerstag breiten Raum - trotz anderer Topthemen wie dem Duell der demokratischen Präsidentschaftsbewerber und der Bestätigung des Obersten Gerichtshofs, dass die Hinrichtung durch die Giftspritze ernsthaft "verfassungsgemäß" sei. Die "Washington Post" titelte auf der ersten Seite: "Pontifex ruft nach breit angelegten Heilmitteln". Benedikt XVI. habe eine ausgewogene Botschaft der Bewunderung für die Vielfalt und Freiheit der amerikanischen Gesellschaft im Gepäck gehabt. Zugleich habe er mit Kritik an ihren Fehlern nicht gespart.
Als "sympathisch" porträtierte der politische Kommentator der Zeitung, Dana Milbank, den Papst. Bei seinem Besuch im Weißen Haus sei Benedikt XVI. "offensichtlich auf ein bisschen Chaos eingestellt gewesen". Der Autor lobte die taktvolle Kritik, die der Papst seinem Gastgeber George W. Bush, entgegengebracht habe. Bush habe den deutlichen Ruf Benedikts XVI. nach mehr Frieden und "mehr Diplomatie bei der Lösung internationaler Konflikte" prompt mit einer Darbietung der Armeemusik auf dem "South Lawn" des Weißen Hauses beantworten lassen.
Die Zeitung "Boston Globe" notierte anerkennend, dass der Papst "sich unmittelbar den schwierigen Themen" gewidmet habe und die Herausforderungen des katholischen Glaubens in den Vereinigten Staaten umfassend angegangen sei. Er habe deutlich vor den "Gefahren des Säkularismus" gewarnt. Der "Globe" hob hervor, dass der Papst sich wie am Tag seiner Anreise erneut gründlich mit dem Thema der Missbrauch-Skandale befasst habe.
Dass der Besuch Benedikts XVI. mehr von ernsten Worten und weniger von Glamour dominiert wird, vermerkte die "New York Times". Dem Papstauftritt fehle "das Euphorische und das Dramatische der USA-Besuche Johannes Pauls II.". Dass Benedikt den Missbrauch-Skandal bereits während des Fluges von Rom nach Washington angesprochen habe, sei ein Beweis seines "pastoralen Stils", betonte das Blatt.






