Gebet um Frieden in einer "gewalttätigen Welt"
New York, 20.4.08 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat am letzten Tag seiner USA-Reise "Ground Zero" in Manhattan besucht. Dort sprach er am Sonntagmorgen ein Gebet für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001. Er bat Gott, "Frieden in unsere gewalttätige Welt" zu bringen: "Führe jene auf deinen Weg der Liebe, deren Herzen und Gedanken sich in Hass verzehren". An dem Gedenken nahmen auch der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sowie Feuerwehrleute, Polizisten, Überlebende und Angehörige von Opfern teil. Den Papst begleiteten New Yorks Erzbischof, Kardinal Edward Egan, und weitere Vertreter der US-Kirche.
Sichtlich bewegt erinnerte Benedikt XVI. an die "schuldlosen Menschen, die Opfer dieser Tragödie wurden, nur weil ihre Arbeit oder ihr Dienst sie am 11. September 2001 hierher führte". Zugleich gedachte er der Opfer der beiden weiteren Flugzeugattentate dieses Tages (ein Flugzeug bohrte sich in das Pentagon, eines stürzte bei Shanksville in Pennsylvanien ab). Für die Angehörigen betete der Papst um "Kraft, ihr Leben mit Mut und Hoffnung fortzusetzen".
Angesichts solch schrecklicher Ereignisse suchten die Menschen die Führung Gottes, sagte der Papst: "Ermutige und tröste uns, stärke uns in der Hoffnung und gib uns die Weisheit und den Mut, unermüdlich für eine Welt zu arbeiten, in der wahrer Friede und Liebe unter den Nationen und in den Herzen aller herrschen".
Bei den Attentaten des 11. September 2001 starben allein in den Zwillingstürmen des "World Trade Centers" mehr als 2.600 Menschen. Darunter waren etwa 400 Helfer. An der Stelle der zerstörten Gebäude soll bis 2012 der 541 Meter hohe "Freedom Tower" entstehen.
Kniete nieder und verharrte in schweigendem Gebet
Die letzte Wegstrecke von der Südrampe hinab zum "Ground Zero" legte der Papst zu Fuß zurück. Dort kniete er nieder und verharrte einige Minuten in schweigendem Gebet. Bis zum Eintreffen von Benedikt XVI. war eine Cello-Suite von Bach erklungen. Benedikt XVI. entzündete eine Gedenkkerze. Die Ankunft des Papstes vollzog sich in völliger Stille. Anders als bei sonstigen Papst-Auftritten gab es keinerlei Applaus. Die Zeremonie im "Ground Zero" gilt als emotionaler Höhepunkt der "apostolischen Reise" Benedikts XVI. in die Vereinigten Staaten.






