Stellungnahme von Bischof Schwarz zur ablehnenden Haltung der Dechanten gegenüber dem designierten Weihbischof Wagner - Appell zum Dialog und zu einem Ende von "Spaltung und Ablehnung"
Linz, 11.2.09 (KAP) Der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz hat in einem Schreiben an alle Mitarbeiter der Diözese zum Dialog aufgerufen und ein Ende von "Spaltung und Ablehnung" gefordert. Zugleich versicherte er im Blick auf die Debatten um den designierten Weihbischof Gerhard Maria Wagner, dass er den bewährten Weg des Miteinander von Priestern und Laien in der Diözese auch in Zukunft fortsetzen wolle.
Gesondert äußerte sich der Diözesanbischof am Mittwoch zu einer Stellungnahme der Dechanten der Diözese Linz vom Dienstag, in der diese die Bestellung von Wagner zum Weihbischof ablehnten. Er verstehe die Stellungnahme der Dechanten "als Ausdruck einer ernsten Sorge um den gemeinsamen Weg als Kirche", so Schwarz. Diese Sorge werde in den offiziellen Beratungsorganen mit ihm und den anderen Verantwortlichen der Diözese besprochen werden, kündigte der Bischof an: "Noch vor der Weihe des neuen Weihbischofs werden im März der Pastoralrat, der Priesterrat und die offizielle Dechantenkonferenz tagen."
In der Stellungnahme der Dechanten, die diese am Dienstagnachmittag bei einem informellen Treffen in Puchberg mit 31 zu vier Stimmen verabschiedeten, heißt es wörtlich: "Als Dechanten in unserer Diözese Linz nehmen wir wahr, dass viele Christinnen und Christen der Ernennung von Dr. Gerhard Wagner zum Weihbischof zustimmen, dass aber auch sehr viele empört, enttäuscht und verletzt sind. Im intensiven Gespräch der Dechanten stellte sich klar die fehlende Akzeptanz für das Bischofsamt von Dr. Gerhard Wagner heraus. Daher können wir aus Sorge um die Glaubwürdigkeit der Kirche und der Einheit unserer Diözese die Zustimmung zur Weihe von Dr. Gerhard Wagner nicht geben."
"Miteinander von vielen Engagierten bewahren"
In seinem Schreiben an die Mitarbeiter, das am Dienstag noch vor der Veröffentlichung der Stellungnahme der Dechanten hinausgegangen war, stellt Bischof Schwarz fest, in den vergangenen Jahrzehnten sei in der Diözese Linz ein gutes Miteinander von Bischof, Priestern, Diakonen und Laien auf allen Ebenen gewachsen. Gerade dieses Miteinander von vielen Engagierten habe er in seiner Diözese in den vergangenen Jahren schätzen gelernt. Schwarz: "In Rückmeldungen wird nun dieses Miteinander, diese Zusammenarbeit aller mit dem Bischof als bedroht und in Frage gestellt gesehen. Mir ist es aber weiterhin ein wichtiges Anliegen, dass wir diesen bisherigen guten Weg gemeinsam weitergehen. Als Diözesanbischof werde ich mich dafür mit allen Kräften einsetzen."
Schwarz appelliert an alle oberösterreichischen Katholiken, "bei aller Unterschiedlichkeit, die in unserer Kirche Platz haben darf, auch weiterhin stets den Blick zuerst auf Jesus Christus und sein Evangelium zu richten". Es gelte, "jene Aufgaben und Dienste zu erfüllen, die heute von uns in der Diözese, in den Pfarren bis hin zu anderen pastoralen Einrichtungen erwartet werden".
"Herausforderung" für neuen Weihbischof
Neben Bischof Schwarz äußerte sich am Mittwoch auch der Generalvikar der Diözese Linz, Severin Lederhilger, zur Stellungnahme der Dechanten. Diese sehr deutliche Positionierung spiegle "die gespannte Stimmung in weiten Bereichen unserer Diözese wider, insbesondere von Menschen, die sich durch die Entscheidung des Papstes und manchen Äußerungen von Dr. Wagner in ihrem bisherigen Tun infragegestellt und in ihrem Einsatz als Christen unverstanden fühlen".
Auf diese Situation einzugehen und auf viele enttäuschte oder besorgte Menschen positiv zuzugehen, werde eine sehr große Herausforderung für den designierten Weihbischof sein, hielt Lederhilger fest.
Ausgeprägte "Streitkultur"
Die sowohl auf Seiten der Befürworter wie der Kritiker der Bestellung von Wagner getätigten teils sehr heftigen Äußerungen bewertet der Linzer Generalvikar auch als Ausdruck einer "oberösterreichischen Streitkultur". Lederhilger: "Oberösterreicher treten engagiert auf, weil ihnen etwas an der Kirche liegt, weil ihnen die Kirche - und zwar jene vor Ort genau so wie die Weltkirche - zur persönlichen Heimat geworden ist." Zugleich seien Oberösterreicher aber pragmatisch und in der Lage, auch mit schwierigen Situationen umzugehen.
Der Linzer Generalvikar warnt vor einer "resignativen Stimmung" in der Diözese und gab seiner Hoffnung Ausdruck, "dass die gut aufgestellte Diözesangemeinschaft ihr Selbstbewusstsein wieder findet".
Linzer Bischof mahnt "bewährten Weg des Miteinander" ein






